Beschreibung des Szenarios

An der Anlieferungsrampe einer klinischen Zentralapotheke, die durch eine Einbruchmeldeanlage an der Gebäudefassade gesichert ist, stehen regelmäßig LKW’s, die Medikamente anliefern. Ein Rampenverantwortlicher koordiniert die Anlieferungen. Kurz vor Betriebsschluss nähert sich ein vermeintlicher LKW-Fahrer dem Rampenverantwortlichen mit der Bitte, die Toilette benutzen zu dürfen. Diese befindet sich im inneren Bereich des Medikamentenlagers. Der Rampenverantwortliche gewährt ihm Zutritt und kehrt dann zu seinen Aufgaben zurück. Da es sich um die Zeit kurz vor dem Feierabend handelt, vergisst der Verantwortliche die Person auf der Toilette und schließt das Lager sowie die Rampe ab. Nach Betriebsschluss befindet sich der Eindringling unbemerkt und ungestört im Lager.

Analyse der Sicherheitslücke

Das Hauptproblem in diesem Szenario liegt in der fehlenden internen Überwachung des Medikamentenlagers. Während die äußere Einbruchmeldeanlage aktiviert wird und die Fassade sichert, gibt es im Innenraum keine Bewegungsmelder oder Überwachungskameras, die eine unbefugte Präsenz nach Geschäftsschluss detektieren könnten. Dies ermöglicht es dem Eindringling, ungestört und ohne Zeitdruck wertvolle Medikamente zu entwenden.

Risikobewertung

Die Folgen eines solchen Sicherheitsvorfalls können gravierend sein:

  1. Finanzieller Schaden: Die gestohlenen Medikamente können erhebliche Kosten verursachen, insbesondere wenn es sich um hochwertige oder verschreibungspflichtige Medikamente handelt.
  2. Reputationsschaden: Ein Einbruch kann das Vertrauen der Patienten und Lieferanten in die Sicherheit der Apotheke nachhaltig schädigen.
  3. Rechtliche Konsequenzen: Bei Verstößen gegen Sicherheitsauflagen könnten regulatorische Maßnahmen folgen.

Empfohlene Maßnahmen

Um solche Vorfälle zu verhindern, sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen im Innenbereich erforderlich:

  1. Installation von Bewegungssensoren und Überwachungskameras: Diese sollten in allen kritischen Bereichen, insbesondere im Medikamentenlager, installiert werden.
  2. Zugangs und Überprüfung der Identität: Alle Personen, die Zugang zu sensiblen Bereichen erhalten, sollten registriert und überprüft werden.
  3. Schulung der Mitarbeiter Personal sollte regelmäßig in Sicherheitsprotokollen geschult werden, insbesondere im Umgang mit ungewöhnlichen Situationen und im Notfallmanagement.
  4. Regel Sicherheitsaudits: Diese können potenzielle Schwachstellen aufdecken und zu deren Behebung beitragen.

Planung und Beratung

Bei der Planung einer Zentralapotheke sind im Vorfeld mögliche Angriffsszenarien eingehend zu analysieren. Hierbei sollte das Risikomanagement eine zentrale Rolle spielen, um Sicherheitslücken zu identifizieren und präventive Maßnahmen zu entwickeln. Es empfiehlt sich, Experten zu konsultieren, die auf potenzielle Bedrohungen hinweisen und spezifische Sicherheitslösungen vorschlagen können. Diese Experten bringen oft wertvolle Erfahrungen aus ähnlichen Einrichtungen mit und können maßgeschneiderte Empfehlungen bieten, die auf den spezifischen Kontext abgestimmt sind.

Schlussfolgerung

Die Analyse zeigt, dass die Sicherheit einer klinischen Zentralapotheke nicht allein durch äußere Sicherheitsmaßnahmen gewährleistet werden kann. Interne Überwachungssysteme spielen eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung von Diebstählen und sollten integraler Bestandteil des Sicherheitskonzepts sein. Durch die Implementierung empfohlener Maßnahmen kann das Risiko von Einbrüchen signifikant reduziert und der Schutz wertvoller Medikamente sichergestellt werden.